Hansjörg Rechsteiner

 

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Pressebericht Konzert vom 11. November 2007

Hansjörg Rechsteiner - Panflöte, Daniel Walder - Orgel
Quellenangabe: Thurgauer Zeitung

Orgelfugen und eingängige Tänze
Im Rahmen des Weinfelder Abendmusikzyklus traten am Sonntagabend mit Daniel Walder und Hansjörg Rechsteiner zwei in der Region bekannte Musiker auf. Sie brachten ein abwechslungsreiches Programm zu Gehör.

CHRISTOF LAMPART

Weinfelden – Rund 70 Personen kamen am Sonntagabend in die evangelische Kirche Weinfelden, um das Duo konzertieren zu hören. Orgel und Panflöte sind – vordergründig – zwei Instrumente, wie sie gegensätzlicher nicht sein könnten. Dort die «Königin der Instrumente», dort das «klassische» Hirteninstrument, das in Sachen Volkstümlichkeit kaum zu übertreffen ist. Dort komplizierte Fugen, dort eingängige Tänze aus dem Balkan. Diese vereinfachte Einschätzung mag zu Unrecht erfolgen, doch ist das nur die Konsequenz aus einer Hierzulande lange erfolgten Aufführungstradition. Die mag man bedauern oder nicht, eines bietet ein solcher Mix auf jeden Fall: nämlich die Gewähr, ein breites Publikum anzusprechen. Und dies taten die beiden Musiker auch, hatten sie sich doch die Stücke dementsprechend ausgewählt.
Der melodiös-schwelgerische Einstieg mit der «Pastel roumain» vermochte die Zuhörerschaft richtiggehend «abzuholen», innerlich in ein Land zu entführen, wo Licht und Wärme dominierten. Gerade also das Richtige für einen trüben, nass-kalten Novemberabend wie diesen.
Hansjörg Rechsteiner (Panflöte) erwies sich im Zusammenspiel mit Walder (Orgel) nicht nur als glänzender Virtuose, sondern vor allem als Klangmaler. Er beschwor durch seine zuweilen sehr impressionistische Spielweise allerlei Assoziationen hervor, machte aus Tänzen sozusagen «Lieder ohne Worte», in die man lustvoll eintauchte und einfach genoss.

Expressiv und emotional
Daniel Walder war ein ruhiger, besonnener Begleiter, der «erdete», wo der andere zu Höhenflügen ansetzte. Doch es war auch ein Genuss, Daniel Walder als Solisten zuzuhören. Dass er dafür drei Stücke Dietrich Buxtehudes wählte, überraschte kaum, ist doch 2007 das 300. Todesjahr des norddeutschen Orgelmeisters und somit Buxtehude quasi überall dort «Pflichtprogramm», wo ein Orgelkonzert ansteht.
Besonders faszinierend war jedoch der zu zweit vorgetragene «Psalm ohne Worte» von Wolfgang Hofmann, ein expressives Werk von grosser emotionaler Tiefe, das zeigte, was musikalisch möglich ist, wenn Panflöte und die Orgel (oder aber auch andere Instrumente) eine geglückte Symbiose im E-Musik-Bereich eingehen. Das Publikum dankte dem Duo seinen Vortrag mit einem langen und herzlichen Beifall und wurde dafür noch mit einer Zugabe belohnt.

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(c) 2007 Yven Badstuber